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Magische Fakten über den Mistelzweig

Die Mistel, ein zauberhaftes Naturtalent - Paare und Junggesellen schätzen sie für die Macht der Liebe, die Pharmaindustrie hat sie als natürliches medizinisches Wundermittel entdeckt. Und früher hat man sie sogar als Klebstoff verwendet.

 

 

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© Pixabay

Eine Pflanze – viele Bräuche

Es gibt verschiedene Traditionen und Bräuche in der Vorweihnachtszeit, die je nach Region variieren. Meist steht die Mistel jedoch für Versöhnung und Glück. In Skandinavien beispielsweise wirkt die Pflanze friedenstiftend. Zerstrittene Ehepaare versöhnen sich mit einem Kuss unter dem Zweig.

Woher kommt der Brauch?

Woher der Brauch wirklich kommt, ist nicht endgültig geklärt. Aber bereits im Mittelalter wurde er über den Türrahmen gehängt, um böse Geister zu verjagen, oder sollte in Form von geschnitzten Anhängern als Schutz vor Erkrankungen dienen, sowie einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit ausüben. Daher kommt höchstwahrscheinlich auch der Brauch, nach dem sich Paare unter dem Mistelzweig küssen.

Die Mistel als Pflanze

Sie wächst nicht auf dem Boden, sondern auf Bäumen, sieht aus wie ein Nest, ist ganzjährig grün und in der Regel auf Ästen von Birken, Linden, Pappeln oder Apfelbäumen zu finden. Sie ist ein wahrer Parasit, denn ihre Nährstoffe und Flüssigkeit raubt sie direkt aus den Ästen der Bäume, indem sie ihre Wurzeln in die Wasserkanäle der Bäume schlägt.

Magisch

Der Mistelzweig wird in der Vorweihnachtszeit häufig als Dekoration genutzt, vor allem weil von der Pflanze eine gewisse Mystik ausgeht. Das Besondere an der Pflanze ist nämlich, dass sie auf Bäumen wächst und im Winter blüht – wohingegen alle anderen Pflanzen sich längst in der Winterruhe befinden. Schon in der Zeit der Kelten wurde sie daher wegen ihrer angeblichen Zauberkräfte verehrt.

Küssen ist Pflicht

Jedes Jahr zu Weihnachten hängen Mistelzweige über so mancher Tür und junge Pärchen stehen küssend darunter. Der landläufigen Legende nach werden zwei Menschen, die sich unter dem Zweig küssen, ein glückliches Paar und bleiben ein Leben lang zusammen. Nach alter Tradition kann eine Frau den Kuss nicht verwehren, der Mann jedoch schon. Wird sie nicht geküsst, muss sie dem Brauch zufolge davon ausgehen, auch im darauffolgenden Jahr ledig zu bleiben.

Die Mistel in der Mythologie

Zum anderen findet sich die Mistel auch in der nordischen Göttersage, in der ein Mistelpfeil den Lichtgott Baldur tötet, sowie in der griechischen Mythologie.

Die Mistel als Heilmittel

Der Mistel wird auch eine heilende Wirkung nachgesagt. Und zwar sind Mistelpräparate rezeptfrei erhältliche Krebsmittel in Deutschland. In Form von Injektionslösungen werden sie den Patienten verabreicht.

Die Wirkstoffe sind Lektine, an Zucker gebundene Eiweiße, die speziell von der Mistel produziert werden. Dabei wirken die Eiweiße nicht direkt gegen Krebs, aber sie aktivieren das Immunsystem, indem sie Fiebersymptome auslösen. Der Körper wird sozusagen in Alarmbereitschaft versetzt und kämpft gegen Krankheiten an. Die Wirksamkeit ist nicht garantiert. Bei manchen funktioniert es, bei anderen bleibt der Effekt aus. Bislang gibt es noch zu wenig aussagekräftige Forschung auf diesem Gebiet.

Die Mistel als antiker Klebstoff

Donnerbüsche oder Hexenbesen werden sie im Volksmund genannt. Botanisch heißt die heimische Mistel Viscum album, wobei das lateinische Wort "Viscum" so viel bedeutet wie Leim oder Klebstoff. Zerdrückt man die Scheinbeere, bleiben zähe Schleimfäden am Finger kleben. Diese Masse wurde einst von den Römern mit Honig oder anderen Beigaben gemischt und als Klebstoff verwendet.

Die Mistel – ein Gift?

Es gibt viele Arten, aber die in Europa meistverbreitete Mistelart ist die Laubholzmistel, die giftige weiße Beeren produziert und größtenteils in der Naturheilkunde sowie als Weihnachtsdekoration verwendet wird. Kinder sollten den Beeren aber nicht zu nahe kommen.

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