Leben & Genießen

Playlist

Leben & Genießen

Männer schwitzen mehr als Frauen? Von wegen! Diese Faktoren beeinflussen Schweiß wirklich

Eine Studie zeigt: die Aussage, dass Männer mehr als Frauen schwitzen würden, ist falsch! Denn eigentlich hängt die Schweißproduktion von einem ganz anderen Faktor ab. Im Video erklären wir dir, was wirklich für die Schweißmenge verantwortlich ist.

13.03.2017 14:31 | 0:55 Min | © Wochit

 

Schwitzen: Diese Faktoren beeinflussen Schweiß wirklich

Eine Studie zeigt: Die Aussage, dass Männer mehr als Frauen schwitzen würden, ist falsch! Denn eigentlich hängt die Schweißproduktion von einem ganz anderen Faktor ab. Im Video erklären wir dir, was wirklich für die Schweißmenge verantwortlich ist. Du willst alles zum Thema Schwitzen wissen? Dann lies hier weiter.

Inhalt

Was ist Schwitzen eigentlich?

Wenn der Mensch sich körperlich betätigt, nervös ist oder starker Hitze ausgesetzt ist, beginnt er zu schwitzen. Das ist ganz normal und eine geniale Schutzfunktion des Körpers. Denn mit der Transpiration wird die Körpertemperatur reguliert, damit alle Vorgänge im Organismus gut ablaufen können und wir nicht überhitzen.

S1Gold_XXL-Artikel_Schwitzen Diese Faktoren beeinflusen Schwei+ƒ wirklich_Sch...
Schweiß reguliert auf natürliche Weise die Körpertemperatur. © Pixabay

Dafür besitzt der Mensch zwischen zwei und fünf Millionen Schweißdrüsen. Besonders hoch ist die Anzahl an den Handinnenflächen, den Fußsohlen, in den Achselhöhlen, am Kopf und in der Mitte des Rückens oder der Brust. Durch diese Drüsen gelangt das Sekret durch Poren an die Hautoberfläche, um den Körper zu kühlen. Das funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Die Flüssigkeit verdunstet auf der Haut schnell und so entsteht Verdunstungskälte.

Männer und Frauen schwitzen im Verhältnis gleich viel

Zum Thema Schwitzen halten sich viele Mythen hartnäckig. Eine davon: Männer schwitzen stärker als Frauen. Doch eine neue Studie hat gezeigt, dass dies ein Irrglaube ist. Tatsächlich hängt die Schweißmenge von einem anderen Faktor ab: der Körpergröße. Egal ob Mann oder Frau, die Hitzeregulierung läuft laut einer australischen Studie unabhängig vom Geschlecht ab. 

Wovon das individuelle Schwitzen abhängt

Die Forscher fanden heraus, dass es zwei verschiedene Arten gibt, die Hitze im Körper auszugleichen. Bei der einen Variante wird die Blutzirkulation an der Hautoberfläche verstärkt. Da hier der Körper im Regelfall kühler ist, wird auch das Blut kälter und regelt so die Temperatur ganz natürlich. Die andere Variante ist das Schwitzen.

Und jetzt kommt die Körpergröße ins Spiel. Die Studie hat ergeben, dass kleinere Menschen eher ihre Temperatur dadurch regeln, dass die Blutzirkulation an der Hautoberfläche angeregt wird, große hingegen durch Schweiß. Da Männer im Durchschnitt größer sind als Frauen, schwitzen sie also auch mehr – mit dem Geschlecht an sich hat das aber nur bedingt zu tun.

Was viele nicht wissen: Täglich kann der Mensch bis zu zehn Liter Schweiß absondern – je nachdem, wie viel er sich bewegt und welchen äußerlichen Bedingungen er ausgesetzt ist.

S1Gold_XXL-Artikel_Schwitzen Diese Faktoren beeinflusen Schwei+ƒ wirklich_Sch...
Beim Sport kommen die meisten Menschen ordentlich ins Schwitzen. © Pexels/Scott Webb

Schweiß reguliert nicht nur die Körpertemperatur

Dass Menschen schwitzen, hat viele Gründe. Natürlich ist die Temperaturregulierung die wichtigste, doch durch den Schweiß werden auch Stoffwechselprodukte aus dem Körper gespeist. Außerdem ist der pH-Wert mit einem Wert von 4,5 relativ sauer und wirkt somit leicht antibakteriell und unterstützt so den natürlichen Säureschutzmantel der Haut.

Unterschiedliche Arten von Schwitzen

Bislang hast du nur etwas von thermoregulatorischem Schwitzen gelesen, doch es gibt noch andere Arten. Beim emotionalen Schwitzen etwa sorgt nervöse Erregung dafür, dass vermehrt Körperflüssigkeit ausgesondert wird. Typische Situationen: Befangenheit, Prüfungsangst, Wut oder Schreck. Am häufigsten transpirieren dabei die Schweißdrüsen unter den Achseln, an den Handflächen oder unter der Fußsohle.

Eine weitere Art ist das gustatorische Schwitzen. Es hängt mit der Nahrungsaufnahme zusammen. Das Kauen von scharfen oder stark gewürzten Speisen sorgt dafür, dass sich vor allem an der Stirn Schweißperlen bilden. Auch übermäßiger Alkoholgenuss kann diesen Effekt hervorrufen.

Übermäßiges Schwitzen: Krankhafte Symptomatik

Zuweilen kann die Schweißproduktion gestört sein. Manche Menschen schwitzen gar nicht, andere sehr viel. In letzterem Fall sprechen Mediziner von einer Hyperhidrose. Die Erkrankung liegt vor, wenn eine Fehlfunktion des Schwitzens vorliegt, also die Flüssigkeit nicht aus den oben genannten Gründen ausgesondert wird.

Die Störung wird in zwei Typen unterschieden. Bei der primären Hyperhidrose liegt dem Schwitzen keine Grunderkrankung zugrunde. Sie beginnt in der Pubertät und bleibt ein Leben lang. Das intensive Schwitzen tritt häufig durch Aufregung oder seelische Anspannung auf. Bei der sekundären Hyperhidrose lassen sich hingegen Ursachen festmachen. So lösen Infektionen, Erkrankungen oder hormonelle Umstellungen das Schwitzen aus. Dazu zählen beispielsweise:

  • Fieber
  • Infektionskrankheiten (Grippe, Erkältung, Blutvergiftung, Malaria)
  • Wechseljahre
  • Schwangerschaft
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Übergewicht
  • Unterzucker bei Diabetes
  • Parkinson
  • Blutdruckabfall
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzschwäche
  • Blutarmut
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Entzugssymptome in Folge von Alkohol- und Drogenmissbrauch

Starkes Schwitzen: Wann ist der Gang zum Arzt notwendig?

Wichtig: Wenn du ohne erkennbaren Grund plötzlich zu schwitzen beginnst, wiederholt unter Nachtschweiß leidest, der nicht mit einer erhöhten Zimmertemperatur zusammenhängt oder dein Fieber über 40 °C klettert, ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Er kann eine individuelle Diagnose unter Berücksichtigung sämtlicher Symptome stellen.

In einigen Fällen ist sogar die Alarmierung eines Notarztes angebracht. Das betrifft vor allem Diabetiker. Bekommen sie Schweißausbrüche, werden unruhig und abwesend, könnte eine Unterzuckerung vorliegen, die einer schnellstmöglichen Behandlung bedarf.

Behandlungsmöglichkeiten bei starkem Schwitzen

Nach einer Untersuchung beim Arzt kann dieser eine Behandlung in die Wege leiten. Im ersten Schritt wird bei einer sekundären Hyperhidrose die Erkrankung therapiert. Stellt sich anschließend immer noch keine Besserung ein oder leidet der Patient unter primärer Hyperhidrose stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

1) Antitranspirantien: Es gibt einige Schweißhemmer, die sich auf die Drüsen auswirken, damit sie weniger Schweiß abgeben. In den meisten Fällen sind Metallsalze enthalten, die in einem Deodorant, einer Creme oder als Pulver aufgetragen werden.

2) Medikamente: Es gibt sogenannte Antihidrotika, die gegen vermehrtes Schwitzen eingesetzt werden. Das Problem an ihnen ist, dass sie oftmals nur geringfügig helfen und schnell Nebenwirkungen verursachen. Treten Schweißausbrüche vornehmlich in Verbindung mit Angststörungen, Panikattacken oder in psychisch belastenden Situationen auf, können in Absprache mit dem behandelnden Arzt andere Medikamente verschrieben werden: Psychopharmaka, Tranquilizer oder Sedativa, die beruhigen.

3) Leitungswasser-Iontophorese: Leidet ein Patient vornehmlich an schwitzigen Händen oder Schweißfüßen, kann eine weitere Behandlungsmethode helfen. Bei der Leitungswasser-Iontophorese werden die betroffenen Regionen in ein Wasserbad getaucht und mit Elektroden, über die schwacher Strom fließt, behandelt. Dadurch, dass die Spannung niedrig ist, soll es nur zu einem leichten Kribbeln, keinesfalls aber zu starken Schmerzen kommen.

S1Gold_XXL-Artikel_Schwitzen Diese Faktoren beeinflusen Schwei+ƒ wirklich_Sch...
Wer Schweißhände hat, kann Erfolge mit einer Leitungswasser-Iontophorese erzielen. © Pixabay

4) Botox-Injektionen: Auch Botox kann helfen. Bei dieser Behandlung injiziert ein Arzt das Nervengift in die Handflächen oder Achselhöhlen, um die Schweißabsonderung zu blockieren. Da ein solcher Eingriff jedoch möglicherweise sehr schmerzhaft ist, raten Ärzte nur denjenigen Patienten eine Botox-Injektion an, bei denen keine anderen Methoden wirksam sind.

5) Operative Eingriffe: Ein operativer Eingriff ist die letzte Wahl, wenn alle anderen Therapien nicht angeschlagen haben. Dabei werden die Schweißdrüsen etwa in den Achselhöhlen ausgeschnitten oder ausgekratzt. Bei Patienten mit Schweißhänden besteht die Möglichkeit, bestimmte Nerven im Bereich des Brustkorbs zu durchtrennen, wodurch auch das Schwitzen in den Achselhöhlen und im Gesicht nachlässt. Das Problem ist jedoch, dass viele Patienten anschließend darüber klagen, an anderen Körperregionen zum Ausgleich mehr zu schwitzen.

Schwitzen vermeiden: Das kannst du selber tun

Wenn du Schwitzen vermeiden möchtest, kannst du mit kleinen Mitteln oftmals schon viel bewirken. Zum Beispiel, indem du dich luftig anziehst. Vermeide Stoffe, die aus künstlichen Fasern bestehen, wie Polyester. Darunter kann deine Haut nur wenig atmen, wodurch sie mit Schweiß versucht, sich abzukühlen. Besser: Kleidung aus Baumwolle oder Wolle, idealerweise sogar Leinen. Kleide dich außerdem nach dem Zwiebelprinzip, sodass du im Fall eines Schweißausbruchs schnell Klamotten ablegen kannst, um deine Körpertemperatur zu senken. Entscheide dich bei der Wahl deiner Schuhe für eine Ledervariante, da diese atmungsaktiver ist. Regelmäßig barfuß zu laufen, wirkt sich zudem positiv auf die Schweißregulation aus.

FÜRWEBS1Gold_XXL-Artikel_Schwitzen-Diese-Faktoren-beeinflusen-Schwei+ƒ-wirkli...
Zwiebellook ist ideal, um gut auf Temperaturschwankungen reagieren zu können und schwitzen zu vermeiden. © Pexels

Sport und Fitness spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die normale Funktion der Schweißdrüsen zu trainieren. Bespreche jedoch, bevor du mit dem Training beginnst, mit deinem Arzt, welche Sportarten für dich geeignet sind. Daneben verbessern regelmäßige Saunagänge die Fähigkeit des Körpers, mit Temperaturschwankungen besser zurechtzukommen – und auch das wirkt sich positiv auf das Schwitzen aus. Kalt-Warm-Duschen haben einen ähnlichen Effekt.

Ein altes Hausmittel gegen Schwitzen ist Salbei. Er hat eine positive Wirkung auf das Gehirn, die Augen, die Nerven und die Drüsen – und davon sind natürlich auch die Schweißdrüsen betroffen. Experten empfehlen: Sechs Salbeiblätter auf einen halben Liter Wasser aufsetzen, zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen und anschließend lauwarm genießen – heiß würde auch dieser Tee Schweißausbrüche begünstigen.

S1Gold_XXL-Artikel_Schwitzen Diese Faktoren beeinflusen Schwei+ƒ wirklich_Sch...
Salbei hat sich als Hausmittel gegen Schwitzen durchgesetzt. © Pixabay

Um stressbedingtem Schwitzen vorzubeugen, solltest du die Ursachen in den Blick nehmen. Was setzt dich unter Druck? Versuche, Lösungen für Konflikte zu finden und fahre dich mit autogenem Training herunter. Gelingt es dir nicht, kann eine psychologische Beratungsstunde und Therapie dir möglicherweise helfen, auch langfristig ohne Schweißausbrüche deinen Alltag zu meistern.

Fazit: Schwitzen ist etwas ganz Natürliches – auch wenn Betroffene es oftmals als lästig empfinden. Der Vorgang im Körper dient dazu, die ideale Körpertemperatur zu halten und zu regulieren. In seltenen Fällen ist die Schweißproduktion jedoch so stark, dass von einer Hyperhidrose gesprochen wird, die durch einen Arzt diagnostiziert und behandelt wird.

SAT.1 Gold kostenlos

Mehr Leben & Genießen

Service Akte

Werde Facebook-Fan!