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Fast jeder 10. betroffen: Diese Volkskrankheit wird zu einem riesigen Problem

Besonders hart trifft die Krankheit junge Erwachsene: 1,3 Millionen der 18- bis 27-Jährigen suchten 2015 wegen besonders starker Beschwerden einen Arzt auf.

15.03.2017 12:02 | 1:19 Min | © Wochit

 

Gesundheit

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne ist ein pulsierender und halbseitiger Kopfschmerz. Doch dabei bleibt es meist nicht. Denn mit einer Migräne gehen oftmals weitere Beschwerden wie Übelkeit oder Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher. Diese können das Leben des Betroffenen stark einschränken. Wie Migräne entsteht, wie man sie behandelt und vorbeugt, erfährst du hier.

Inhalt

Was ist Migräne?

Migräne ist die häufigste Art von Kopfschmerz und eine neurologische Erkrankung. Es handelt sich hierbei um einen starken und pochenden Kopfschmerz, der anfallartig auftritt, meist einseitig ist, in unregelmäßigen Abständen wiederkehrt und die Betroffenen außer Gefecht setzen kann. Unterschieden wird zwischen einer Migräne ohne Aura, der Symptome wie Lichtscheue oder Appetitlosigkeit vorausgehen, und einer Migräne mit Aura, die vor allem mit neurologischen Beschwerden wie Sehstörungen auftritt.

Wer leidet unter Migräne?

In Deutschland haben etwa rund zehn Prozent der Bevölkerung regelmäßig Migräne. Frauen sind drei Mal so oft betroffen wie Männer. Migräne trifft vor allem Menschen zwischen 25 und 45 Jahren. Die Krankheit kann allerdings auch schon im Kindesalter beginnen. Typisch ist aber insbesondere ein Auftreten im jungen Erwachsenenalter.

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Migräne ist ein pochender und halbseitiger Kopfschmerz, der anfallartig auftritt. © Pixabay

Ursachen von Migräne

Welche Vorgänge Migräne bedingen, ist nicht genau bekannt. Man geht aber grundsätzlich davon aus, dass der Stoffwechsel des körpereigenen Botenstoffs Serotonin im Falle einer Kopfschmerzattacke gestört ist. Was jedoch bekannt ist, sind auslösende Faktoren, sogenannte Trigger. Migräne kann durch bestimmte Situationen und bestimmte Substanzen verursacht werden. Diese können sich von Person zu Person unterscheiden. Oftmals führen auch gleich mehrere Faktoren zu einer Migräne.

Anders als man vielleicht vermuten mag, tritt Migräne nicht auf, wenn der Stress am größten ist, sondern in Erwartung von bevorstehendem Stress oder aber in einer Entspannungsphase. Die sogenannte "Wochenend-Migräne" setzt genau dann ein, wenn sich eine anstrengende Woche dem Ende neigt und ersehnte Erholung folgt. 

Weitere Migräne-Trigger können zudem zu viel Schlaf, zu wenig Schlaf oder grundsätzlich ein gestörter Bio-Rhythmus sein. Ist der Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Takt geraten, kann dies die pochenden und halbseitigen Kopfschmerzen begünstigen. Auch hormonelle Einflüsse können Migräne bedingen. Das ist insbesondere bei Frauen der Fall – beispielsweise während ihrer Periode, während ihres Eisprungs oder im Rahmen der hormonellen Verhütung. Manche Menschen reagieren darüber hinaus auf bestimmte Lebensmittel wie Schokolade oder Käse empfindlich. Alkohol und glutamathaltige Nahrungsmittel können ebenso Migräne hervorrufen.

Migräne tritt in einigen Familien gehäuft auf. Das ist ein Hinweis, dass die neurologische Erkrankung auch genetisch bedingt und somit vererbbar ist.

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Ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus kann Migräne bedingen. © Pixabay

Begleiterscheinungen von Migräne

Da Migräne mit diversen anderen Beschwerden einhergeht, ist die Krankheit mehr als nur ein Kopfschmerz. Welche weiteren Symptome das sind, ist abhängig von der Form der Migräne. Liegt eine Migräne ohne Aura vor, so werden die Kopfschmerzen häufig von Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Geräuschs- oder Geruchsempfindlichkeit begleitet. Handelt es sich aber um eine Migräne mit Aura treten neben Kopfschmerzen vor allem neurologische Symptome wie Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen auf. Ganz besonders typisch für Migräne ist das sogenannte Flimmerskotom. Hierbei haben Betroffene ein Flimmern, Blitze oder aber Funken, die sich kranzartig ausdehnen, vor Augen.

Migräne behandeln

Bei Migräneattacken können den Betroffenen erholsamer Schlaf, kalte Kompressen oder verdünntes Pfefferminzöl auf den Schläfen helfen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum abzuschotten, um sich so von optischen und akustischen Reizen zu schonen.

Zur Behandlung von Migräne und den begleitenden Symptomen wie Übelkeit gibt es eine Vielzahl an Medikamenten, die im akuten Fall oder zur Vorbeugung eingesetzt werden können. Hierzu zählen unter anderem Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen. Bei einer schweren Migräne verschreiben Ärzte hingegen sogenannte Triptane, die in den Stoffwechsel des Botenstoffes Serotonin greifen. Des Weiteren denkbar, um die Migränehäufigkeit zu verringern, sind zudem nichtmedikamentöse Therapien.

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Es gibt eine Vielzahl an Medikamenten, die im Falle einer Migräne zum Einsatz kommen können. © Pixabay

Migräne vorbeugen

Um Migräne zu meiden, sollten Betroffene auf die Auslöser der Anfälle, also auf die Trigger, achten und diese möglichst meiden. Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei helfen, diese zu erkennen.

Des Weiteren können eine geregelte Lebensweise, Ausdauersport, Entspannungsübungen wie autogenes Training und Stressbewältigung wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen Migräne erfolgreich entgegenwirken.

Fazit: Migräne ist viel mehr als nur ein Kopfschmerz. Die neurologische Erkrankung geht mit zahlreichen anderen Beschwerden einher, die sehr unangenehm für die Betroffenen sein können. Mit medikamentösen sowie nichtmedikamentösen Therapien kann Migräne allerdings erfolgreich behandelt und vorbeugt werden.

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