Leben & Genießen

Playlist

Leben & Genießen

Etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter dieser Krankheit - so kann sie sich auf dein Leben auswirken

Von der Volkskrankheit Hashimoto sind vor allem Frauen betroffen. Die Schilddrüsen-Krankheit kann sich stark auf das Leben auswirken. Die Symptome, Therapien und was eigentlich dahinter steckt, erklären wir im Video.

21.03.2017 12:22 | 1:25 Min | © Wochit

 

Schilddrüsenentzündung

Hashimoto-Thyreoiditis: Ursachen, Symptome und Therapie

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis greift das Immunsystem ganz langsam die Schilddrüse an. Meist bleibt die Autoimmunkrankheit lange unbemerkt. Das macht sie besonders tückisch. Wie Hashimoto entsteht, wie man es erkennt und behandelt, erfährst du hier.

Inhalt:

Hashimoto-Thyreoiditis – Was ist das?

Die chronische lymphozytäre Thyreoiditis, im Volksmund besser bekannt als Hashimoto-Thyreoiditis oder kurz Hashimoto – benannt nach ihrem Entdecker, dem japanischen Pathologen und Chirurgen Hakaru Hashimoto – ist eine Entzündung der Schilddrüse, die zu dauerhaften Schäden führen kann. Eigentlich soll die Schilddrüse, die unterhalb des Kehlkopfes liegt, für den Menschen wichtige Hormone, die den Kreislauf, den Stoffwechsel, aber auch das Körperwachstum regeln, produzieren.

Ist der Mensch aber von der Hashimoto-Thyreoiditis betroffen, spielt das Immunsystem verrückt und greift das Gewebe der Schilddrüse an, weil es fälschlicherweise Fremdkörper erkennt und den Körper gegen diese schützen will. Auf diese Weise führt Hashimoto schnell zur Schilddrüsenunterfunktion und schweren Entzündungen. Mittlerweile geht die Wissenschaft davon aus, dass mehr als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung an einer Hashimoto-Thyreoiditis leiden.

S1 Gold_XL-Artikel_Hashimoto-Thyreoiditis_Ursachen, Symptome und Therapie_Bil...
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunkrankheit, die lange unbemerkt bleibt. © Pixabay

Die Geschichte der Hashimoto-Thyreoiditis

Den Grundstein für die Diagnostizierbarkeit von Hashimoto legte der deutsche Mikrobiologe Paul Ehrlich bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Er injizierte einer Ziege Schafsblut, weil er wissen wollte, wie sich ein Organismus gegen Fremdkörper wehrt. Damit entdeckte er das Autoimmunsystem, zu dessen Erkrankungen auch die Hashimoto-Thyreoiditis gehört. Der Körper wehrt sich gegen Fremdkörper, aber aufgrund der Krankheit erkennt er die falschen Organismen im Körper als "körperfremd" an.

Die Autoimmunkrankheit Hashimoto wurde wenige Jahre später erstmals in der Doktorarbeit des japanischen Arztes Hakaru Hashimoto beschrieben. Auf internationaler Ebene wurde die Hashimoto-Krankheit aber erst in den Sechzigern bekannt, knapp dreißig Jahre nach dem frühen Tod des Arztes Hakaru Hashimoto.

Ursachen für Hashimoto

Obwohl Hashimoto mittlerweile durch die moderne Medizin längst diagnostizier- und behandelbar ist, fischt man bei den Ursachen für die Autoimmunkrankheit immer noch im Trüben. Fest steht allerdings, dass Hashimoto häufig eine Begleiterscheinung anderer, bekannter Autoimmunkrankheiten wie Diabetes mellitus ist.

Wie äußert sich Hashimoto?

Eines der Hauptprobleme der Erkrankung Hashimoto ist, dass die tückische Entzündung der Schilddrüse, die im Regelfall keinerlei Schmerzen verursacht und somit häufig lange unbemerkt bleibt. Frauen, die etwa zehnmal so oft betroffen sind wie Männer, tun dies gerade ab ihrem fünfzigsten Lebensjahr leichtfertig als "Wechseljahrsbeschwerden" ab – obwohl in ihrem Körper vielleicht undiagnostiziert eine Hashimoto-Thyreoiditis schlummert, die langfristige, irreparable Schäden an der Schilddrüse verursacht.

Im Anfangsstadium der Hashimoto-Krankheit beklagen Patienten oftmals Symptome wie Nervosität, Zittern, Schwitzen, Probleme mit der Verdauung, starken Gewichtsverlust – häufig ausgelöst zunächst durch eine Schilddrüsenüberfunktion, eine sogenannte Hyperthyreose. Diese führt letzten Endes zur Unterfunktion der Schilddrüse, welche man als Hypothyreose bezeichnet. Dabei reifen die Symptome zu handfesten Depressionen, deutlicher Gewichtszunahme, Müdigkeit und großer Empfindlichkeit gegen Kälte heran. Zu diesem Zeitpunkt ist die Schilddrüse durch Hashimoto bereits ernsthaft geschädigt und bedarf akuter Behandlung durch einen Facharzt.

S1 Gold_XL-Artikel_Hashimoto-Thyreoiditis_Ursachen, Symptome und Therapie_Bil...
Hashimoto-Thyreoiditis kann medikamentös behandelt werden. © Pixabay

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Wurde bei einem Patienten die Autoimmunkrankheit Hashimoto durch die entsprechenden diagnostischen Tests nachgewiesen, gibt es dennoch Hoffnung. Die Symptome von Hashimoto lassen sich bei den meisten Patienten gut behandeln, beispielsweise, indem man ihnen medikamentös entgegenwirkt. Zwar kann die Entzündung der Schilddrüse, die Hashimoto ausgelöst hat, selbst nicht mehr vollständig geheilt werden, aber es gibt wirksame Medikamente, die eine Koexistenz mit dem Krankheitsbild Hashimoto möglich machen, zum Beispiel die Aminosäure L-Thyroxin, die als Tablette verabreicht werden kann und dem Stoffwechsel im Körper unter die Arme greift.

Gute Ansprechpartner sind die sogenannten Endokrinologen, die sich auf Hormone und Drüsen spezialisiert haben, sowie Nuklearmediziner und Internisten und jeder, der eine Schilddrüsensonografie durchführen kann. Eine frühzeitige Kontrolle und regelmäßige Zufuhr von Vitamin D sind also das A und O, um einer Hashimoto-Thyreoiditis vorzubeugen.

Fazit: Experten zufolge dürften mehr als zehn Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung an Hashimoto leiden. Deswegen rufen Experten dazu auf, sich untersuchen zu lassen. Zwar ist Hashimoto nicht heilbar, aber mit den richtigen Therapieansätzen besteht weder für Lebensqualität noch für Lebenserwartung eine Gefahr.

SAT.1 Gold kostenlos

Mehr Leben & Genießen

Service Akte