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Inspiration für ihr neues Album findet die Sängerin in der Soul-Ära, vom Ende der Sechzigerjahre bis circa 1973, in der Zeit, in der auch die großartigen Klassiker des Genres entstanden sind. Stilistisch sind ihre Songs zum Teil Würdigung der Musik ihrer Kindheit, der Platten, die ihr Vater hörte, und folgen zum anderen Teil auf den Spuren ihrer musikalischen Ursprünge. Dabei ist ihr neues
Album das Statement einer starken unabhängigen Frau, die ihre Stimme gefunden hat und weder sich noch der Welt etwas beweisen muss.

Mit der persönlichen Note, die sich auch durch die anderen Werke ihrer Karriere zieht, zeigt sich Joy Denalane nahbar und echt. Politisch, musikalisch, persönlich – in jedem ihrer Songs spürt man die Sängerin und ihre ihr eigene Energie. Es geht um Identität, Wurzeln, Selbsterkenntnis. Das neue Album ist besonders. Schon 2015 hatte Joy erste Demos produziert, die heute die Grundlage von „Let Yourself Be Loved“ darstellen. Damals stimmte das Gefühl nicht, die Songs kamen nie in Produktion und gerieten in Vergessenheit. Dann kam der entscheidende Impuls aus ihrem Umfeld, die Frage nach dem Verbleib der damals aufgenommenen Tracks. Die alten Demos wurden wieder aus der Vertiefung geholt, wo sie jahrelang geschlafen hatten. Die Ausnahmesängerin beschloss einen zweiten Versuch zu starten und gemeinsam mit dem dafür auserkorenen Produzenten Roberto Di Gioia, diesen vergrabenen Schätzen neues Leben einzuhauchen. Etwas, was ihr nicht besser hätte gelingen können. Die Lieder spiegeln die Leidenschaft und Liebe zum Soul wieder, die im Entstehungsprozess einflossen.

Inhaltlich geht es um die Liebe. Nicht nur der romantischen Sorte, sondern jeder Art von Liebe, der zu Freunden, Familie und zu sich selbst. Dabei schwingt immer etwas von dem Leid mit, dem Schmerz und der Wut, die der historische aber auch immer noch täglich begegnende Rassismus und die Ausgrenzung auslöst. Der Kontrast von Liebe, aber auch deren Abwesenheit ist der Kern ihres Albums und ein Spiegel über den die Sängerin sich selbst zeigt, aber auch die Gesellschaft in der wir leben.