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Andrea Berg geht es gerade wie vielen Künstlerinnen und Künstlern. In einem BILD-Interview kurz vor ihrem 55. Geburtstag Anfang Februar sagte sie: „Ich vermisse die Bühne und noch mehr die Menschen auf den Konzerten. Da wurde ja immer viel geküsst und geknuddelt. Der Mensch braucht Berührungen und Nähe und diese ist derzeit leider nicht möglich.“ Es ist also vielleicht kein Zufall, dass auf ihrer neuen Compilation „In Liebe“ gleich drei Lieder aufeinanderfolgen, die dieser Sehnsucht Ausdruck geben: „Wenn dein Mund mich küsst“, „Dann nimmst du mich in den Arm“ und „Wenn du mich berührst“. Natürlich entstanden die Lieder in „normalen“ Zeiten, aber sie sind eben jetzt, wo es keine Konzerte und nur sehr ausgewählte Nähe gibt, ein besonders wehmütiger Stich ins Herz. Berg spielte noch unmittelbar vor dem ersten Lockdown im letzten Jahr eine letzte große Show am 7. März 2020 in der Olympiahalle in München. Jetzt sagte sie der BILD: „Ich fühle mich wie ein Rennpferd vor dem Start und warte nur darauf, dass es wieder losgehen kann mit Auftritten. Ich halte auch weiter den Kontakt zu meiner Band, zu den Tänzern und auch Bühnenbauern, höre mir ihre Sorgen an und versuche zu helfen.“

In dieser Hinsicht ist Andrea Berg eine geradezu vorbildliche Künstlerin und Chefin. Auch, was die virtuelle Nähe zu ihren Fans angeht: „Im Moment umarme ich meine Fans nur virtuell auf Instagram und Facebook. Unsere Bindung ist dadurch noch enger und intensiver geworden. Ich versuche, auch in dieser schwierigen Zeit das Positive zu sehen“, sagt sie.

Dazu passt diese aktuelle Veröffentlichung. 18 handverlesene Lovesongs aus der Berg-Historie gibt es auf dem Album „In Liebe“, das mit perfektem Timing in der Woche vor dem Valentinstag erschien. Los geht es mit dem prächtigen Orchester-Pomp von „Wunderland“ und den fast programmatischen Zeilen: „In mir brennt die Frage, gibt es einen Sinn / Kommt ein neuer Morgen, wo führt der Weg uns hin / Wird der Himmel dunkel, wer hält es mit mir aus / Wer ist meine Hoffnung, meine Zuflucht, mein Zuhaus / Ich hab gelacht, getanzt, geweint /Und wünsch' mir nur, dass etwas bleibt.“ Und dann der Refrain: „Komm in mein Wunderland / Für einen Augenblick / Wir drehen ein paar Sekunden / Die Zeit nochmal zurück.“

Es werden dann etwas mehr als „ein paar Sekunden“, denn „In Liebe“ dreht für eine gute Stunde die Zeit zurück. Neben ein paar Klassikern aus den Anfängen ihrer Karriere wie „Endlich Du“, „Auch heute noch“, „Tango Amore“ oder „Vielleicht ein Traum zu viel“ sind auch wahre Liebeserklärungen wie „Solang die Erde sich dreht“, „Wirst Du mich lieben“ oder „Meilenweit“ auf dem Album zu finden. Neben den Höhenflügen und tragischen Abstürzen der Liebe, wird Berg hin und wieder auch tieftraurig, wenn auch mit einer letzten Prise Hoffnung, wenn sie Lieder singt wie „Im nächsten Leben“ oder „Ich geh‘ mit dir“. Allesamt Lieder, die nicht nur jetzt, irgendwie gut tun.

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