- Bildquelle: Marcel Brell © Marcel Brell

Dass einer wie er eine persönliche Auswahl charakteristischer Hits des Genres neu arrangierte und mit dem 49-köpfigen Berlin Orchestra aufnahm, schuf Aufmerksamkeit. Und Erfolg. 25 Wochen Charts-Präsenz, Top-10-Notierung hierzulande, Nummer 1 in den digitalen Charts, 60.000 verkaufte Exemplare alleine in Deutschland, 10 Millionen Video-Views und 15 Millionen Streams katapultierten den eher zurückhaltenden Charakter direkt dahin, wo er eigentlich nie hinwollte, ins Rampenlicht. Plötzlich sollte der Mann, der seit Anfang der 90er-Jahre vorzugsweise im Hintergrund die musikalischen Strippen für über 40 Millionen verkaufter Tonträger zog, erklären, was es mit „Classical 90s Dance“ auf sich hatte. Die Antwort war schnell gegeben. Christensen wollte die Großartigkeiten der Songs, die er für das Album ausgewählt hatte, neu beleuchten. Modern und zeitlos, mit DJ-Pult und der Feinmotorik eines Orchesters. Nebenbei schuf er gleich auch noch ein neues Genre: Orchestral Dance Music.

‚Tried and tested‘ und dem Erfolgs-Projekt schnell noch eine zweite Platte hinterherwerfen? Billig! Eigentlich hätte es tatsächlich keiner weiteren Arrangement-Arbeiten bedurft. Schon zur ersten Platte hatte Christensen genügend Material zusammen, um ein Doppelalbum füllen zu können. Aber ganz der leidenschaftliche Perfektionist, begann er für das neue Album „Classical 90s Dance 2“ wieder von vorne. Und er ließ weder im Finden von Tracks und Songs, noch mit Hinblick auf Gast-Sängerinnen und -Sänger Wünsche offen. Sogar in der Wahl der Studios war ihm nur das Beste gut genug. So entstanden Teile der Platte, unter anderem die Gesangsaufnahmen von US-Röhre Anastacia, in den Ruhmeshallen der Popproduktion, den Londoner Abbey Road Studios.

Noch ein gutes Stück weit wärmer und menschlicher als auf dem ersten Album klingen die Arrangements der Tracks auf „Classical 90's Dance 2“. Der No.1-Hit „Insomnia“ von Faithless wartet entsprechend nicht mit roboterartigem Tschaka-Tschaka von Sequenzern auf, sondern mit Human Touch und Feel.

Handgespielte Noten brauchen Platz zum Atmen - eine von Christensen im letzten Jahr gelernte Gewissheit, die auf „Classical 90s Dance 2“ noch stärker in den Fokus gerückt wird.

Und noch eine Neuerung zieht sich als Leitfaden durch das neue Album: Waren es 2017 noch vor allem Songs, die im deutschsprachigen Raum Chartstürmer-Status genossen, sind es diesmal Tracks, denen in den 90er-Jahren auch die ganze Welt, allen voran die Pop-Hochburgen Amerika und England zu Füßen lag. Der Happy-Go-Lucky-Dance-Track „Don't Talk Just Kiss“ von Right Said Fred, eine Chart-Rakete in England wie auch hierzulande, verliert in Christensens Neudeutung, featuring Melanie C., nichts von seiner Fröhlichkeit, gewinnt aber als Ballade beachtliche Tiefe. Die britische Sängerin lässt auch ATCs „All Around The World“ mit ihrem stimmlichen Einsatz neu erfahren. „Nichts ist schöner als qualitativ hochwertige Musik zu machen“, beschreibt Alex Christensen seinen Claim. „Because I Love You“ von Steve B ist eine jener Balladen, die Christensen zusammen mit dem Berlin Orchestra und Gastsänger Pietro Lombardi in ihrer Schönheit steigert. Die beeindruckende Version von Roxettes „Listen To Your Heart“ wird von der dänischen Pop-Ikone Medina gesanglich angeführt. Anastacia lässt Real McCoys „Another Night“ und, zusammen mit dem Sänger-Schwergewicht Ski, „Mr. Vain“ von Culture Beat beben.

Balladen bestätigen auch auf „Classical 90's Dance“ als Ausnahmen die Regel. Deren pure, klassisch getragene Dance-Orientierung wird vom ersten Single-Release des Albums, Eifel 65s Signature-Track „Blue“, angeführt. Das britische Pop-Duo Bars and Melody flankiert den Song mit funky Vocal-Performance. Darudes „Sandstorm“ taucht noch tiefer in die 90's-Dance-Materie ein. Mit „Feels Like In Heaven“ enthält das neue Album selbstverständlich auch ein Stück von Alex Christensens Erfolgs-Projekt U96.

Im Covern von Songs sei er nie gut gewesen, sagt Alex Christensen. „Songs und Tracks neu zu gestalten, hat mich damals, als ich mit ‚Das Boot‘ aufschlug, wie heute fasziniert. Es spornt mich an, aus etwas Bestehendem etwas ganz Neues zu gestalten“, beschreibt er seine musikalische DNA. „Classical 90's Dance 2“ ist der vorläufige Höhepunkt seiner bald vier Jahrzehnte andauernden Musikreise.

Immer am Puls der Zeit, immer mit dem einzigartigen Riecher für Hits, setzt er sein Unterwegssein als Musikverrückter demnächst mit der Live-Umsetzung des Konzepts fort. Es geht ihm schließlich immer darum, musikalisches Neuland zu entdecken. Als Produzent, Arrangeur und auch als Fan. Vielleicht ist „Classical 90s Dance“ auch deswegen ein erfolgreiches Ausnahmeprojekt geworden. Alex Christensen ist ein Musik-Fan geblieben.

Das neue Album „Classical 90s Dance 2” erscheint am 19. Oktober 2018.

Das offizielle Video