- Bildquelle: Ben Wolf © Ben Wolf

Michael Schulte ist ein toller Musiker. Ein netter Typ. Einer, den man in jeder geschmackvollen Bar auf die Bühne setzen könnte. Aber eben auch: Einer, der das Rückgrat hat, sich nur mit Gitarre und Stimme bewaffnet auf eine Bühne vor ein Millionenpublikum zu stellen und ein Lied über seinen zu früh verstorbenen Vater zu singen. So geschehen beim Eurovision Song Contest 2018 in Portugal. Man kennt die Geschichte – und das Lied „You Let Me Walk Alone“. 

Gerade deshalb sollte man allerdings gerne noch mal daran erinnern, dass Michael Schulte bei all dem auch ein vielseitiger Künstler ist. Das gilt für seine Auftritte auf kleinen oder großen Bühnen – aber auch für seine Studioaufnahmen. Denn in seinem Oeuvre steckt viel mehr drin, als die so erfolgreiche, weil authentische Singer-Songwriter-Nummer. Das beweist er gerade mit jeder Single aufs Neue. „Keep Me Up“ hatte auf einmal dezent groovende Latin-Vibes und in „For A Second“ schillerten gar die 80s-Keyboard-Flächen im Hintergrund.

Auch die neueste Single „Stay“ führt diese Freude am Experimentieren fort. „Stay“ besingt eine Beziehung, die eigentlich vorbei sein sollte. Oder nicht. Oder doch. Ach, es ist kompliziert. „I should run but I stay“, singt Schulte in einem wuchtigen Refrain, der geradezu auf Hit trainiert klingt. Was der Sache nahe kommt, denn Schulte schrieb ihn mit Leuten, die Hit können: Tom Gregory, Molly Irvine (der u.a. Topics „Breaking Me“ schrieb, das allein bei Spotify 670 Mio. Plays hat) und Abaz & X-plosive (Produzenten Team, u.a. Rea Garvey „Is It Love?“). Gemixt wurde der Song von Topic höchstselbst.

Das Thema von „Stay“ ist bei Michael Schulte zum Glück gerade nicht aktuell. Er ist glücklich verheiratet und wird dieser Tage zum zweiten Mal Vater. Im Interview mit T-Online erklärt er: „Ich erlebe das auch in Beziehungen in unserem Umfeld, dass sich Leute fragen, ob das noch das Richtige ist, man darum kämpfen sollte, oder es lieber beendet. In solchen Situationen will meist ein Partner mehr daran festhalten als der andere. Da ist man schon zerrissen, ob man gehen oder bleiben soll.“ „Stay“ sei im Vergleich zu den vorherigen Singles „etwas weniger Uptempo, aber ich denke, das passt dennoch ganz gut in die aktuelle Zeit. Noch haben wir ja keinen Sommer und im Radio braucht es sowieso immer eine gute Mischung aus ruhigeren und schnelleren Songs. Ich bin sehr gespannt, wie der Song ankommt!“ Bei uns jedenfalls ganz gut … 

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