Hochexplosiver Rock'n'Roll-Sound, unnachahmliche, markante Stimme, dazu ein für damalige Zeiten nie dagewesener Sexappeal – der junge Elvis, damals gerade 20, löste Mitte der 1950er eine regelrechte Revolution aus. Er veränderte unsere Welt für immer! Und auch 45 Jahre nach seinem frühen Tod im August 1977 hat Elvis Presley nichts von seiner Strahlkraft, seiner Faszination und seiner Relevanz verloren. Der “King“ lebt – und ist allgegenwärtig! Ein Leben wie gemacht für einen Film: “ELVIS“, der jetzt in den Kinos zu sehen ist.

 

Prädikat: Besonders wertvoll!

Das hochgelobte Biopic von Regisseur Baz Luhrmann mit Austin Butler in der Titelrolle, erhielt im Mai 2022 Standing Ovations bei der Welt-Premiere im Rahmen der Filmfestspiele in Cannes, die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung verlieh dem bildgewaltigen, opulenten Werk das Prädikat “Besonders wertvoll“!

Elvis selbst drehte auch über 30 Spielfilme und avancierte  seinerzeit, in den Sechzigerjahren, zum bestbezahlten Schauspieler Hollywoods. Es gab auch posthum schon diverse Streifen über sein Leben, etwa 1979 “Elvis - The King“ mit Kurt Russell oder 2005 die TV-Mini-Serie mit Jonathan Rhys Meyers. Aber der aktuelle Kinofilm, schlicht “ELVIS“ betitelt, stellt alles in den Schatten. Mit dem bislang so gut wie unbekannten Schauspieltalent Austin Butler hat Regie-As Luhrmann einen perfekten Elvis-Darsteller gefunden. Wenn man Austin derzeit auf Fotos neben Elvis' Tochter Lisa Marie sieht, könnte man meinen, er sei Elvis' Sohn. Ebenso brillant: Hollywoodlegende (und Elvis-Verehrer) Tom Hanks in der Rolle von Elvis' gewieftem Manager und Business-Mastermind Colonel Tom Parker.

Priscilla Presley, die von 1967 bis 1973 mit Elvis liiert war und im Film von Olivia DeJonge dargestellt wird, ist voll des Lobes: “Die Zuschauer werden durch den Film noch ein bisschen mehr von Elvis’ Reise verstehen.“ Ihre gemeinsame Tochter Lisa Marie findet den Film “geradezu spektakulär!“ Über Austin Butlers Darstellung sagt sie, er habe “das Herz und die Seele ihres Vaters wunderbar kanalisiert und verkörpert“. Und zur Arbeit von Regisseur Luhrmann: “Man kann seine reine Liebe, Fürsorge und seinen Respekt für meinen Vater während dieses wunderschönen Films spüren. Es ist endlich etwas, auf das ich, meine Kinder und deren Kinder für immer stolz sein können.“

 

Der “ELVIS“-Soundtrack – spektakulär wie der Film!

“Vegas“, die erste Single des Film-Soundtracks, wird performt von Doja Cat, einer spannenden jungen Rapperin aus Los Angeles mit südafrikanischen, jüdischen und US-amerikanischen Wurzeln. Die Nummer wurde produziert von Rogét Chahayed und Yeti Beats. Sie beinhaltet ein Sample des Leiber/Stoller-Hits “Hound Dog“ für Willie Mae “Big Mama“ Thornton (im Film: Shonka Dukureh) und wenig später Elvis in einer etwas anderen Version. In den “Vegas“-Lyrics zitiert Grammy-Gewinnerin Doja Cat immer wieder die Songtextzeile “You ain't nothin' but a Hound Dog...“ Den Song präsentierte sie erstmals im Frühjahr 2022 auf dem hippen Coachella-Festival in Kalifornien und begeisterte die junge Fangemeinde. Auch “ELVIS“ Austin Butler singt im Film natürlich und das extrem talentiert und authentisch: “Baby Let's Play House“, “Hound Dog“ oder “Trouble“. Dazu gibt es auf dem Soundtrack unsterbliche Elvis-Klassiker zu hören wie “Suspicious Minds“, “An American Trilogy“, “Polk Salad Annie“, “Burning Love“ und “In The Ghetto“ plus interessante Remixe und Duette von großen Namen: Eminem & CeeLo Green mit “The King And I“, Stevie Nicks & Chris Isaak mit “Cotton Candy Land“ und auch die italienischen Shootingstars und ESC-Winner Måneskin sind vertreten, die Band um Frontman Damiano David covert das epische “If I Can Dream“ aus den späten Sechzigern. Und um das Elvis Jahr 2022 vollends abzurunden gibt es pünktlich zum Filmstart auch die erstmals 2002 erschienene "Elv1s - 30 #1 Hits" in einer neuen Expanded Edition (inklusive dem Folgealbum „2nd To None“) als Doppel-CD im edlen Digipak und natürlich im Stream sowie in der Originalversion auf schwarzem und goldenem Doppelvinyl.

 

Phänomen Elvis Presley!

Elvis ist und bleibt ein Phänomen. Mit über einer Milliarde verkaufter Tonträger ist er der best-selling Soloartist aller Zeiten. Er war das erste Rock-Idol der Geschichte! Zwar hat er im Gegensatz zu Zeitgenossen wie Little Richard, Chuck Berry, Buddy Holly, Ike Turner oder Jerry Lee Lewis keine eigenen Songs komponiert, aber mit Weltklasse-Songs wie “Jailhouse Rock“, “Hound Dog“, “Love Me Tender“ oder “Heartbreak Hotel“ ab 1955 für ein weltweites Erdbeben gesorgt. Nicht zuletzt auch dank seiner gewaltigen Stimme und seines ekstatischen Hüftschwungs, sprich Sexappeals. Der Rebell aus Memphis, Tennessee, befreite die Jugend der westlichen Welt damals von spießigen Regeln und festgefahrenen Konventionen. Neben Rock'n'Roll umfasste sein Repertoire auch Country, Blues und Gospel, er konnte einfach alles singen, und war somit einer der ersten Crossover-Künstler. “Elvis hat das Tor für uns alle aufgestossen“, sagte einst selbst der große Chuck Berry (1926 - 2017), der Urvater des Rock'n'Roll, anerkennend.

Als Elvis Aaron Presley am 8. Januar 1935 in der Kleinstadt Tupelo, Mississippi, zur Welt kommt, deutet jedoch gar nichts darauf hin, dass dieser Junge eines Tages eine glanzvolle Karriere machen und zum größten Rockstar aller Zeiten werden würde. Ganz im Gegenteil: Seine Eltern Gladys Love und Vernon Elvis Presley sind bitterarm. Sie leben in einer winzigen Zweizimmer-Holzhütte (in den Südstaaten “Shotgun Shack“ genannt) in der Old Saltillo Road 306 (heute: Elvis Presley Drive). Elvis' Dad ist einfacher Hilfsarbeiter, das Einkommen reicht gerade so zum Überleben. Seine Mutter, zu der er bis zu ihrem Tod 1958 ein besonders inniges Verhältnis hat, ist tiefgläubig. Sie nimmt ihren Sohn regelmäßig mit in die Kirche, die “First Assembly Of God“ in East Tupelo. Dort kommt Jung-Elvis mit Gospelmusik in Berührung. Der damals noch dunkelblonde Junge ist fasziniert von der Kraft und Harmonie der Chorstimmen, die Gefühle in ihm auslösen, so stark, dass Gospel-Sound später ein wichtiger Bestandteil seines Repertoires werden wird. Interessant: seine drei Grammy-Awards gewinnt er ausschließlich für Gospel-Aufnahmen!

“Das Singen in der Kirche war mein einziges Gesangstraining“, betonte Elvis einst in einem Interview.

 

“I don't sound like NOBODY!!“

Auch eindrucksvoll im Film dokumentiert: Elvis' erste Schritte ins Showbiz und seine Beziehung zum rätselhaften Manager Colonel Tom Parker. Alles beginnt 1953 in Memphis, Tennessee, im Sun-Studio in der Union Avenue, ein mythischer Ort. Das Studio, geführt von Sam Phillips (in “ELVIS“ porträtiert von Josh McConville), gilt als die Geburtsstätte des Rock’n’Roll! Bereits 1951 entstand hier mit “Rocket 88“ von Jackie Brenston and his Delta Cats eine der ersten Rock’n’Roll-Singles, komponiert von Ike Turner (dem späteren Partner von Tina). Die Story von Elvis’ erstem “Auftritt“ im Sun-Studio ist absolut legendär: Sommer 1953. Für drei Dollar und 25 Cents nimmt der 18jährige, der gerade seinen Abschluß an der L.C. Humes Highschool gemacht hat und nun als Lastwagenfahrer jobbt, im Studio die Lieder “My Happiness“ und “That’s When Your Heartaches Begin“ auf. Die Acetat-Platte, ein Unikat, will er seiner Mutter schenken. Marion Keisker, die Assistentin von Studiogründer Phillips, im Film gespielt von Kate Mulvany, ist sehr angetan von dem unbekannten Talent. Ihr damaliger Dialog mit dem jungen Sänger ist Elvis-History: “What kind of singer are you?“ fragte sie ihn. “I sing all kinds!“ – “Who do you sound like?“ – “I don’t sound like NOBODY...“

Und das stimmt: Elvis ist einer wie keiner! Gekonnt kombiniert der Newcomer weißen Country-Sound mit schwarzem Rhythm & Blues, aus dem der Rock’n’Roll entstanden ist. Gleich bei seinen ersten Live-Auftritten, im Sommer 1954 im Levitt Shell Amphitheater in Memphis, elektrisiert er die Kids mit seinen körperbetonten Auftritten, seinem provokanten Hüftschwung. Die Folge: eine bisher nie dagewesene Fan-Hysterie bricht aus! Noch nie zuvor brachte ein Entertainer sein Publikum dermaßen zum Ausrasten. Da kommt Manager Colonel Tom Parker (laut Pass: Andreas van Kuijk, 1909-1997) ins Spiel: “Egal, was du da eben gemacht hast, Elvis, geh' raus und mach' es nochmal!!“ Parker ist gebürtiger Niederländer, der als “illegal alien“ (ohne Green Card) in den USA lebt und das Land daher nicht verlassen kann (übrigens auch der Grund dafür, warum Elvis nicht ein einziges Konzert außerhalb der Vereinigten Staaten gab!). Der gewiefte, mit allen Wassern gewaschene Business-Manager, in “ELVIS“ brillant gespielt von Tom Hanks, macht Elvis bald zum Superstar. Kompromisse gibt es bei ihm nicht. “Als ich Elvis kennenlernte, hatte er Talent für eine Million Dollar. Jetzt hat er eine Million Dollar", tönte der Colonel, der bis zum Schluß an seiner Seite war.

Am 16. August 1977 endet Elvis' Leben viel zu früh. In seiner Villa Graceland in Memphis verstirbt der King an Herzversagen. Er wird nur 42 Jahre alt. Die ganze Welt fällt in tiefe Trauer, an die hunderttausend Fans strömen in der Augusthitze Richtung Graceland. Sie können es nicht fassen. Elvis hat auf seine Weise irgendwie alle berührt. “Er war die größte kulturelle Kraft des 20. Jahrhunderts“, wie Dirigentenlegende Leonard Bernstein einst feststellte. Einen wie ihn wird es nie wieder geben. Aus bitterster Armut schaffte Elvis den “American Dream“. Er erklomm den Thron des Rock'n'Roll – und wurde zum King! In “ELVIS“ kann man nochmal ganz nah dabei sein.