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Studie enthüllt: Wegen dieser täglichen Routine steigt die Scheidungswahrscheinlichkeit um 40 Prozent

Eine Ehe muss viele Belastungen aushalten. Laut einer Studie gehört auch diese tägliche Routine dazu. Um welche es sich dabei handelt, erfahrt ihr im Video.

06.03.2017 10:55 | 1:23 Min | © Wochit

 

Wenn der Alltag die Ehe zerstört

Pendeln zur Arbeit und Co. führen oft zur Scheidung

Es gibt viele unterschiedliche Dinge, die zu einer Scheidung führen können. Schwedische und amerikanische Studien beschäftigten sich mit diesem Thema und kamen zu dem Ergebnis, dass vor allem ein langer Arbeitsweg und fehlende Gleichberechtigung zur Trennung führen können. Hier die ganzen Fakten.

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Ein langer Arbeitsweg belastet viele Ehen und führt häufig zu einer Scheidung. © Pixabay

Warum das Pendeln zur Arbeit eine Scheidung begünstigt

Traurig, aber wahr: In Deutschland wird jede dritte Ehe geschieden. Warum? Natürlich lässt sich nicht pauschal bei jeder Beziehung sagen, warum eine Scheidung wahrscheinlich ist, aber unabhängige Studien fanden heraus, dass es durchaus Faktoren im Alltag gibt, die häufig dazu führen, dass die Partner nicht mehr miteinander verheiratet sein möchten. Eine schwedische Studie analysierte 2 Millionen Männer und Frauen über 10 Jahre. Dabei kam heraus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung um 40 Prozent steigt, wenn ein Partner täglich 30 Kilometer oder mehr zur Arbeit pendelt.

Die Schweden kamen zu einem weiteren überraschenden Ergebnis: Vor allem wenn der Ehemann viel Zeit für den Arbeitsweg aufwenden muss, kriselt es in einer Beziehung. Ganze 16 Prozent der Pendler-Paare sollen sich laut den Experten bereits nach 5 gemeinsamen Jahren scheiden lassen. Und wie sieht es im Vergleich zu Eheleuten aus, die nicht pendeln? Hier lassen sich "nur" 11 Prozent nach derselben Zeit scheiden.

Nichts für emanzipierte Frauen: Fehlende Gleichberechtigung

Das Pendeln und der damit verbundene Zeitaufwand bringen noch weitere Probleme mit sich, die zu einer Scheidung führen können. Gerade wenn der Mann jeden Tag eine weite Strecke fährt, ist es die Frau, die sich um die gemeinsamen Kinder und/oder den Haushalt kümmern muss. Im Zeitalter der Emanzipation eigentlich Dinge, die gemeinsam bewältigt werden. Ist er allerdings nicht zu Hause, bleibt die Arbeit an ihr hängen. Das kann in vielen Fällen zu Frust führen, wie die Studien zeigen. Vor allem die Doppelbelastung aus eigenem Job und den häuslichen Pflichten belaste die Ehefrauen. Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben entstehe, die Stimmung werde zusehends angespannter.

Die Frauen wünschen sich Gleichberechtigung, wollen sich verwirklichen und einen Partner an ihrer Seite haben, der sie dabei unterstützt. Dadurch, dass ihr Ehemann aber nach der Arbeit noch lange unterwegs ist, kann er dies in ihren Augen nicht leisten. Es kommt immer häufiger zum Streit und irgendwann steht das Thema Scheidung im Raum. Als "Beweis" für die Behauptung, dass Frauen unglücklicher in der Ehe sind als Männer, werden die Scheidungsanträge selbst herbeigezogen. Scheidungen werden demnach deutlich häufiger von Frauen beantragt als von Männern.

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Eine Studie fand heraus, dass die Scheidung oftmals von den Ehefrauen beantragt wird. © Pixabay

Frauen reichen öfters Scheidung ein als Männer

Das zeigt auch eine amerikanische Studie. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sprechen eine klare Sprache: Für die Frau verschlechtert sich die Lebensqualität nach der Eheschließung eher als für den Mann. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass eine Scheidung oft Frauensache ist. Der Autor der Studie, Michael Rosenfeld von der Stanford University, erklärt: "Ich denke, dass sich die Ehe als Institution nicht schnell genug verändert hat, um die Erwartungen an Gleichberechtigung zu erfüllen."

Als Vergleich nahm Rosenfeld die Daten von verheirateten und unverheirateten Paaren. Insgesamt befragte er im Zeitraum zwischen 2009 und 2015 regelmäßig 2.262 Menschen über ihre Beziehung. Die Probanden im Alter von 19 bis 94 Jahren berichteten auch von ihren Trennungen. Insgesamt trennten sich 371 Befragte, 92 davon mit Scheidungen. Bei 69 Prozent dieser Fälle ging die Scheidung von der Ehefrau aus.

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Oft wollen Ehepartner die verlorene Zeit mit der Familie aufholen und kapseln sich ab – ein Fehler. © Pixabay

Noch mehr Probleme: Paare schotten sich von Freunden und Kollegen ab

Selbst wenn der pendelnde Part in einer Ehe versucht, die verlorene Zeit wieder gut zu machen und sich intensiv mit dem Partner und/oder den Kindern beschäftigt, kann das zu einer Scheidung führen. Denn so werden andere wichtige Personen oder Hobbys vernachlässigt. Natürlich kann eine Familie oder ein Ehepaar gemeinsame Interessen haben und so Zeit zusammen verbringen. Es ist aber genauso wichtig, dass sie sich mit anderen Menschen austauschen und sie in ihr Leben lassen. Der SAT.1 Gold-Clip erklärt, dass guter Kontakt zu Freunden oder Kollegen der Schlüssel für eine glückliche Ehe ist. Beschäftigen wir uns ausschließlich mit unserem Partner und der Familie, fehlt es an sozialen Kontakten, was alle Beteiligten frustriert. Die jeweiligen Partner fühlen sich eingeengt und die "Verpflichtung", die Zeit, die sie in der Woche schon nicht miteinander verbringen können, am Wochenende oder im Urlaub wieder aufzuholen, wird eine Belastung, der viele Ehen nicht standhalten können. Die Folge: Scheidung.

Fazit: Für eine Scheidung gibt es viele unterschiedliche Gründe. Einige Alltagsprobleme belasten eine Ehe aber laut aktueller Studien mehr als andere. So ist ein langer Arbeitsweg mit 30 Kilometern oder mehr meist die Ursache von Beziehungsproblemen, gerade wenn der Mann Pendler ist. Dadurch werden klassische Rollen wiederbelebt und die Frau muss Job, Kind und Haushalt unter einen Hut bringen. Die fehlende Gleichberechtigung führt zu Unzufriedenheit und Streit. Aber auch wenn am Wochenende die verlorene Zeit aufgeholt werden soll, kann das die Sache verschlimmern, denn fehlende soziale Kontakte haben ebenfalls einen negativen Einfluss. Statistisch gesehen reichen mehr Frauen als Männer die Scheidung ein.

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