Leben & Genießen

Playlist

Leben & Genießen

Diese Lebensmittel haben einen besonders hohen Puringehalt

Purinhaltige Lebensmittel können Gicht und Rheuma begünstigen. Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte und gerne auf schmerzende Gelenke verzichtet, sollte auf den Puringehalt seiner Lebensmittel achten.

22.11.2016 15:54 | 1:03 Min | © Glutamat

Leben & Genießen: Gicht und Rheuma vorbeugen und behandeln

Starke, oft schubartig auftretende Schmerzen in den Gelenken können durch Gicht und Rheuma verursacht werden. Was du tun kannst, um diesen Krankheiten vorzubeugen, oder bereits bestehende Symptome zu lindern, erfährst du hier, bei SAT.1 Gold.

Inhalt

Gicht und Rheuma: Was ist das eigentlich genau?

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass Gicht und Rheuma nur ältere Menschen treffen, im Gegenteil: Auch junge Leute und sogar Kinder können von den quälenden Gelenkschmerzen betroffen sein. Doch was genau sind Gicht und Rheuma eigentlich?

Vorab lässt sich feststellen, dass beide Erkrankungen mit Schmerzen in den Gelenken einhergehen. Dabei ist Gicht als eine Unterform von Rheuma anzusehen, die zwar zum rheumatischen Formenkreis gehört, aber andere Ursachen hat, als eine rheumatoide Arthritis, die die häufigste Form der Krankheit darstellt. Doch während Gicht durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Körper verursacht wird, entsteht Rheuma, beziehungsweise rheumatoide Arthritis, vermutlich in Zusammenhang mit fehlgeleiteten Autoimmunprozessen. Konkret bedeutet das, dass der Körper einige seiner eigenen Substanzen als fremd ansieht und mit einer Entzündung als Abwehrreaktion darauf reagiert. Fehlgesteuerte Immunzellen wandern daraufhin in die Gelenke und verursachen dort die Probleme, die letztendlich als rheumatische Schmerzen wahrgenommen werden.

Wie äußern sich die Symptome von Gicht und Rheuma?

Die Symptome von Gicht und Rheuma sind von Fall zu Fall unterschiedlich, doch immer mit mehr oder weniger starken Schmerzen in den Gelenken verbunden.

Symptome für Gicht:

Im ersten Stadium von Gicht treten meist keine spürbaren Beschwerden auf, die zweifelsfrei als Gicht erkannt werden. Es liegt lediglich ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut vor, der mitunter über Jahre überhaupt keine Beschwerden verursacht. Zu ersten Anzeichen für Gicht zählen Nierengrieß, Nierensteine und – als eindeutiges Symptom – ein akuter Gichtanfall.

Mit einem ersten Gichtanfall geht die Erkrankung dann auch in die zweite Phase über. Bei etwa 80 Prozent aller Betroffenen äußern sich erste eindeutige Gicht-Symptome in den Fuß- und Zehengelenken. Am häufigsten ist zuerst das Großzehengrundgelenk betroffen. Beteiligte Gelenke schwellen an, sind rot und fühlen sich heiß an. Außerdem sind sie sehr berührungsempfindlich.

Zugleich macht sich ein erster Gichtanfall in der Regel nachts bemerkbar, wenn der Körper zur Ruhe kommt. Werden die Symptome nicht behandelt, können sie bis zu zwei Wochen anhalten. Bemerkst du eines der genannten Anzeichen bei dir und leidest zudem unter Fieber und Kopfschmerzen, solltest du dich unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen.

Die gute Nachricht: Chronische Gicht kommt heute nur noch extrem selten vor und tritt eigentlich nur dann auf, wenn die Krankheit über lange Zeit unbehandelt bleibt.

Symptome von Rheuma beziehungsweise rheumatoider Arthritis:

Da Gicht und Rheuma zur selben Krankheitsgruppe gehören, sind auch die Symptome ähnlich. Auch hier kommt es zu warmen, geschwollenen oder geröteten Gelenken, die vor allem am Morgen zunehmend steif sind und sich schmerzhaft bemerkbar machen. Anders als bei Gicht, treten die Symptome bei Rheuma aber typischerweise symmetrisch auf. Das heißt, dass zum Beispiel beide Hand-, Knie- oder Fußgelenke betroffen sind. Im Laufe der Zeit verformen sich die betroffenen Gelenke, sodass die Beweglichkeit noch weiter abnimmt. Patienten leiden oft unter heftigen Schmerzen, die mit starken Medikamenten behandelt werden müssen.

S1 Gold_XXL-Artikel_Leben _ Genie+ƒen Gicht und Rheuma vorbeugen und behandel...
Gerötete und geschwollene Gelenke sind ein typisches Symptom von Gicht und Rheuma. © Pixabay

Gicht und Rheuma behandeln und vorbeugen

Hier liegt der größte Unterschied zwischen Gicht und Rheuma, denn während bei Letzterem meist auf eine Kombination aus entzündungshemmenden Medikamenten und anderen Therapien wie Physio- und Ergotherapie gesetzt wird und unter Umständen zerstörte Gelenke operativ ausgetauscht oder versteift werden, können bei Gicht auch eine gesunde Lebensweise und der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel bereits helfen, das Risiko für eine Erkrankung oder die Symptome einer solchen deutlich zu lindern. Das funktioniert bei Rheuma nur bedingt und hauptsächlich bei chronisch entzündlichem Rheuma begleitend zur herkömmlichen Behandlung. Was allerdings tatsächlich bei Gicht und Rheuma gleichermaßen gilt: Alkohol solltest du möglichst komplett meiden.

Richtig essen bei Gicht und Rheuma

Bei Gicht und Rheuma kann eine Ernährungsumstellung mehr oder weniger helfen, Symptome zu lindern und in einigen Fällen sogar Medikamente einzusparen. Dabei solltest du dir aber bewusst machen, dass unter dem Oberbegriff Gicht und Rheuma viele, je nach Patient sehr unterschiedliche Krankheitsbilder zusammengefasst werden und nicht jede Ausprägung auf jeden Ernährungstipp anspricht. Im Zweifelsfall ist es also immer besser, sich vorher ausführlich mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Allgemeine Ernährungstipps bei Gicht:

Gicht wird durch einen zu hohen Harnsäurepegel im Körper verursacht. Die Harnsäure wird aus Purin gebildet, das sich in vielen Lebensmitteln findet. Um Gicht möglichst gut vorbeugen oder zumindest bestehende Symptome – meist deutlich – lindern zu können, ist es also ratsam, auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten und die eigene Lebensweise entsprechend umzustellen. Gut zu wissen: Die Zubereitungsart verschiedener Lebensmittel kann den Puringehalt stark beeinflussen. Gebratenes Fleisch enthält beispielsweise deutlich mehr Purin als in Rohform.

Generell ist es aber ratsam, so wenig Fleisch wie möglich zu essen, wenn du unter Gicht leidest. Auch Fischsorten wie Forelle, Hering, Ölsardinen und Sprotten kommen besser nur möglichst selten auf den Tisch. Ab und zu gegessen werden, dürfen dafür Wurstwaren, Putenschnitzel und Fleischbrühe. Auch Fischstäbchen und Kabeljau sind hin und wieder erlaubt.

Beherzt zugreifen darfst du bei Milch, Joghurt und Quark, denn die enthalten wenig bis gar kein Purin. Auch Eier und Hartkäse sind erlaubt. Als Bestandteil der täglichen Hauptnahrungsmittel bieten sich Kartoffeln, Eiernudeln und Reis an, auch Weißbrot ist in Ordnung. Da eine ausgewogene Ernährung unabhängig von Gicht und Rheuma wichtig für die Gesundheit ist, gehören natürlich Obst und Gemüse auf den täglichen Speiseplan. Bei Kohl und Spargel solltest du etwas zurückhaltender sein, denn sie enthalten vergleichsweise hohe Dosen Purin. Bei allen anderen Sorten wie Gurken, Paprika oder Tomaten darfst du dafür völlig unbesorgt zugreifen. Außerdem hat Vitamin C sogar einen harnsäuresenkenden Effekt.

In diesem Zusammenhang ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig, denn die hilft dem Körper, die unerwünschte Harnsäure möglichst schnell auszuscheiden. Du solltest dabei auf Alkohol verzichten. Doch auch Softdrinks und unverdünnte Fruchtsäfte sind bedenklich. Der enthaltene Zucker steht – genau wie die Fruktose in Säften – unter dem Verdacht, Gicht zu begünstigen. (Mineral-)Wasser, Saftschorlen und ungesüßte Tees sind deutlich besser.

Allgemeine Ernährungstipps bei Rheuma:

Während bei Gicht Purin die Beschwerden mitverursacht, ist bei Rheuma die entzündungsfördernde Arachidonsäure der Übeltäter. Sie verstärkt die ohnehin schon vorhandenen Entzündungen in den Gelenken zusätzlich. Ernährungsexperten empfehlen Rheumapatienten daher eine vorwiegend pflanzliche Ernährung, die durch fettarme Milchprodukte und Fisch ergänzt wird. Sie enthalten zwar auch Arachidonsäure, können dieses Manko aber durch gute Inhaltsstoffe wie günstige Fettsäuren (Omega-3), Eiweiß und Calcium deutlich ausgleichen. Fleisch, Ei und fettreiche Milchprodukte meidest du dagegen besser möglichst ganz. Kannst du gar nicht auf das geliebte Wurstbrot oder Bratenstück verzichten, solltest du dich auf zwei Portionen pro Woche beschränken und am besten zu mageren Sorten greifen.

S1 Gold_XXL-Artikel_Leben _ Genie+ƒen Gicht und Rheuma vorbeugen und behandel...
Gicht und Rheuma greifen die Gelenke an. Calcium kann helfen, größeren Schäden vorzubeugen, denn es sorgt für starke Knochen. © Pixabay

Ausgiebig zulangen, darfst du bei vegetarischen Gerichten. Auch Nüsse sind reich an wertvollen Fettsäuren und Vitaminen und können deshalb ungeniert genossen werden. Gerichte mit Pasta ohne Ei und Reis dürfen ebenfalls auf den Tisch.

Was Getränke anbelangt, sieht es bei Gicht und Rheuma zunächst sehr ähnlich aus: Alkohol und gezuckerte Getränke solltest du lieber vermeiden. Dafür darfst du problemlos zu Gemüse- und Fruchtsäften greifen. Besonders eignen sich kaliumreiche Sorten wie Orangen- und Möhrensaft, aber auch Tomatensaft. Kalium besitzt schmerzlindernde Eigenschaften und hilft bei Beschwerden in Knochen und Gelenken. Natriumarmes Mineralwasser und ungezuckerte Tees liefern zusätzlich wertvolle Flüssigkeit.

Gicht und Rheuma (selber) behandeln

Generell gilt: Gicht und Rheuma sind schwerwiegende Erkrankungen und sollten durch einen Facharzt behandelt werden. Auf keinen Fall darfst du auf eigene Faust mit Medikamenten herumexperimentieren. Einige allgemeine Tipps und Hausmittel gibt es allerdings durchaus, mit denen du zum Beispiel die Beschwerden bei einem Schub lindern kannst.

Das Wichtigste gleich vorweg: Bei Gicht ist Aspirin tabu. Die enthaltene Acetylsalicylsäure kann den Harnsäurespiegel im Körper stark erhöhen und damit akute Gichtanfälle verursachen. Ganz anders sieht es bei Rheuma aus. Hier kann Aspirin tatsächlich helfen, die Beschwerden zu lindern. Dafür musst du allerdings recht hohe Dosen von 500 Milligramm und mehr einnehmen, was auf Dauer schwere Magenbeschwerden verursachen kann. Als Dauerlösung sind die kleinen Tabletten also auch hier nicht geeignet.

Als Hausmittel gegen Gicht und Rheuma haben sich dagegen kalte und warme Wickel bewährt. Auch Bäder in warmem Wasser können die Schmerzen lindern. Die Muskeln und Gelenke entspannen sich dabei. Ob dir persönlich Wärme oder Kälte besser hilft, musst du ausprobieren. Es kann auch von Schub zu Schub verschieden sein.

Möchtest du eine schmerzende Stelle kühlen, reicht dafür meist schon ein feuchtes Handtuch oder ein Wickel mit kaltem Quark. Eispäckchen eignen sich dagegen eher nicht. Sie sind zu kalt und können Hautschäden verursachen.

FÜRWEBS1-Gold_XXL-Artikel_Leben-_-Genie+ƒen-Gicht-und-Rheuma-vorbeugen-und-be...
Ein bewährtes Mittel bei Gelenkschmerzen, nicht nur bei Gicht und Rheuma: Der gute alte Quarkwickel. © dpa

Ebenfalls bei Gicht und Rheuma gleichermaßen wichtig: die Gelenke beweglich halten und umliegende Muskeln stärken. Das geschieht meist durch Physio- und Ergotherapie. Viele Übungen kannst du aber auch zu Hause machen. Der Grund: Kräftige Muskeln entlasten die Gelenke und können so nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch weiteren Schäden am Gelenk vorbeugen.

Fazit: Gicht und Rheuma sind schmerzhafte Krankheiten, die die Gelenke betreffen und zum Teil für schwerwiegende Einbußen in der Beweglichkeit verantwortlich sind. Auch andere Folgeerkrankungen sind möglich. Dabei gehört Gicht im weitesten Sinne zur Gruppe der rheumatischen Krankheiten. Gicht und Rheuma zeichnen sich beide durch eine Vielzahl unterschiedlicher und verschieden stark ausgeprägter Symptome aus. Von Patient zu Patient können die Beschwerden variieren, selbst bei gleicher Diagnose. Durch eine bewusste Ernährung, Verzicht auf Alkohol und (zu viel) Zucker sowie die gezielte Kräftigung der umliegenden Muskeln, kannst du aber auch selbst einiges dafür tun, um mit Gicht und Rheuma besser leben zu können. Tipps, was sonst noch hilft, gibt’s bei SAT.1 Gold. Generell gilt jedoch: Beides sind Erkrankungen, die du unbedingt von einem Facharzt abklären und behandeln lassen solltest.

Kommentare

SAT.1 Gold kostenlos