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Dank diesem Trick schnarcht ihr nie wieder

Niemand gibt es gerne zu, aber viele tun es: sie schnarchen. Ein Arzt hat einen einfachen Trick gegen die lästige Angewohnheit.

14.09.2016 10:51 | 1:07 Min | © Wochit

Was hilft gegen nächtliches Schnarchen?

Schnarchen stört nicht nur den Partner, es kann auch schädlich für die Gesundheit sein. Mitunter erreichen die Geräusche sogar einen Pegel, der über der Dezibelzahl von Straßenlärm liegt. Welche Ursachen dahinter stecken und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier bei SAT.1 Gold.

Inhalt

Dem Schnarchen auf der Spur

Die Ursachen für das Schnarchen sind sehr unterschiedlich. Um etwaige Maßnahmen in die Wege zu leiten, muss zunächst herausgefunden werden, was das Schnarchen im Einzelfall verursacht. Möglicherweise rutscht während des Schlafs in Rückenlage die Zunge nach hinten. Die Folge: Der Raum zwischen Nasenhöhle und Luftröhre blockiert, die Atemwege sind versperrt, das Ein- und Ausströmen der Luft ist verhindert. Es kommt zu Schnarchgeräuschen oder sogar Atemaussetzern.

Dieses Phänomen tritt bei circa dreißig Prozent der Betroffenen auf. Bei etwa zwanzig Prozent der Patienten nähern sich das Zäpfchen und die weichen Gaumenbögen von oben der Zunge. Bei den restlichen fünfzig Prozent der Schnarcher ergibt sich kein eindeutiges Bild: Eine Lokalisierung der Störung ist nicht möglich. Häufig tritt hier eine Mischform der ersten beiden Varianten auf.

Wenn Schnarchen gefährlich wird

Viele Schnarcher bemerken ihre Atemstörung erst, wenn Verwandte sie darauf ansprechen. Derartige Hinweise sollten unbedingt ernst genommen werden, da schwerwiegende Erkrankungen dahinterstecken können. Durch eingeschränkten Luftfluss und vorübergehenden Sauerstoffmangel im Blut besteht die Gefahr, dass die Blutgefäße Schaden nehmen. Schnarcher sind anfälliger für Herzkreislauferkrankungen. Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei ihnen deutlich erhöht. Fürs persönliche Wohlbefinden tagsüber ist Schnarchen ein Hindernis. Je lauter des Nachts "gesägt" wurde, desto unausgeschlafener sind Betroffene am nächsten Tag.

Entwickelt sich aus dem Schnarchen eine Schlafapnoe mit Atemaussetzern, kommen weitere Risiken hinzu. Ungefähr zehn Prozent aller Männer und fünf Prozent aller Frauen leiden unter diesem Phänomen. Die Folge sind diverse Symptome wie:

  • Müdigkeit während des Tages
  • trockene Mundschleimhäute
  • Druck im Kopf
  • Sodbrennen in der Nacht
  • Verstärktes nächtliches Schwitzen

Auch Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen können Hinweise auf eine Schlafapnoe sein. Treten diese Symptome auf, solltest du diese unbedingt ärztlich abklären lassen. Eine genaue Diagnose liefern Tests im Schlaflabor.

Frauen und Männer: Der kleine Unterschied

Die Rachenöffnung ist bei Frauen enger als bei Männern. Aus diesem Grund müssten sie zunächst einmal anfälliger fürs Schnarchen sein, doch ihre Zunge fällt seltener zurück. Dies ist auf den weiblichen Östrogenhaushalt zurückzuführen, der für eine höhere Spannung der Muskulatur sorgt. Zudem sind die Weichteile des Rachens beim Atmen weniger anfällig fürs Flattern, weshalb Frauen meist nur leise schnarchen.

Auch wenn bei Patientinnen nur selten eine Schlafapnoe vermutet wird, kann auch bei ihnen dieses Krankheitsbild mit einer dramatischen Anzahl an Atempausen vorliegen. In Schlaflaboren sind Frauen jedoch mit nur etwa zwanzig Prozent deutlich unterrepräsentiert. Laut Statistik müsste es ein Drittel sein.

Nasenatmung freihalten

Wer nachts keine Luft durch die Nase bekommt, atmet automatisch durch den Mund. Für die Atmung ist dies ungünstig, da sich durch die offene Mundstellung im Rachenbereich die Öffnung der Atemwege verengt. Beim Einatmen wird die Zunge leichter an die Hinterwand des Rachens gesaugt. Um Schnarchen vorzubeugen, sollten Erkrankungen der Atemwege sorgfältig behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise Erkältungen, eine Verkrümmung der Nasenscheidewand sowie chronische Nasennebenhöhlenentzündungen und Allergien.

Übergewicht abbauen

Auch übermäßiges Körpergewicht kann Auswirkungen auf die Atmung haben. Fettgewebe im Rachenbereich verengt die Atemwege, Fettpolster im Bauchraum können das Zwerchfell und die Lunge nach oben drücken. Schon ein paar Pfunde weniger wirken sich so mitunter positiv auf das Schnarchen aus. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Schlafapnoe: Über 70 Prozent der Betroffenen haben Übergewicht.

Nicht auf dem Rücken schlafen

Durch die Rückenlage und das Zurückfallen der Zunge wird das Schnarchen gefördert. Spezielle Kissen und Polster, wie zum Beispiel ein Seitenschläferkissen, verschaffen Hilfe: Die besondere Kissenform verhindert das Umdrehen des Schlafenden auf den Rücken. Darüber hinaus bieten sich Anti-Schnarch-Shirts an. Das sind T-Shirts mit integrierten Schaumstoffrollen im Rückenbereich. Ungünstig wirkt sich zudem eine Flexion des Kopfes aus, sprich, wenn das Kinn auf die Brust gesenkt wird. Um dies zu vermeiden, sollten besser keine hohen Kopfkissen gewählt werden.

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Ein gerader Nacken hilft, das Schnarchen zu unterbinden. © Pixabay

Vorerkrankungen behandeln

Leidest du bereits an Vorerkrankungen wie Niereninsuffizienz, Asthma oder Herzschwäche? Dann solltest du diese unbedingt von einem Arzt behandeln lassen. Die Erkrankungen können zu Wassereinlagerungen führen, die wiederum das Atmen erschweren.

Mechanische Hilfsmittel

Stellt sich trotz bestimmter Regeln keine Besserung ein, setzen Ärzte auf mechanische Hilfsmittel: Eine Protrusionsschiene, die sogenannte Schnarchschiene, bietet sich bei Schnarchern mit nach hinten versetztem Unterkiefer an. Mithilfe der Schiene wird die Lage des Unterkiefers im Verhältnis zum Oberkiefer fixiert. Bei der Hälfte aller Patienten ist dieses Verfahren erfolgreich. Weitere Optionen stellen Atemmaske und Stents dar. Eine Atemmaske ist für die meisten Patienten lästig, verspricht jedoch den größten Erfolg. Sie funktioniert mit einer Überdruckbeatmung. Dem schlafenden Patienten wird hierbei über einen Schlauch Raumluft durch die Nase zugeführt. Zum Einsatz kommt sie hauptsächlich bei der Schlafapnoe. Des Weiteren gibt es Stents: Flexible Röhrchen, die in die Nase eingeführt werden. Sie schienen die Atemwege von innen und halten sie auf diese Weise offen und frei. Weitere mechanische Hilfen sind Zungenschrittmacher und Spiralen. Beide Geräte werden in den Zungengrund eingebracht und sorgen mittels ausgefeilter Technik für das Freibleiben der Atemwege.

Letzter Ausweg: Operation                                                                                                                                                 

Zu guter Letzt bleibt auch noch der chirurgische Eingriff durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Es gibt verschiedene Methoden, um sich mit einer Operation vom Schnarchen zu verabschieden. Die Entfernung von Gewebe an den Gaumenbögen und am Zäpfchen ist nur ein Beispiel. Eine entsprechende Behandlung und die gewünschten Ergebnisse sollten in jedem Fall individuell und ausführlich im Vorweg mit einem Arzt besprochen werden.

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Wenn nichts hilft, besteht die Möglichkeit einer Operation – Risiken und mögliche Folgen der Behandlung sollten jedoch gemeinsam mit einem Arzt besprochen werden. © Pixabay

Fazit: Schnarchen kann nerven und mitunter ein Hinweis auf unentdeckte Krankheiten sein. Wer von anderen darauf angesprochen wird, sollte aufmerksam zuhören und auf die Suche nach der Ursache gehen. Stellt sich heraus, dass das Schnarchen mit einfachen Maßnahmen nicht zu beheben ist, ist der Gang zum Arzt angeraten. Dieser geht mittels ausführlicher Untersuchungen dem Schnarchen auf den Grund und schließt gegebenenfalls aus, dass ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken oder sich daraus entwickeln. Zudem ist der Arzt dein Ansprechpartner, wenn weitere medizinische Schritte notwendig sind.

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